Was wird eigentlich aus Mitte Altona II?
von Anke Hinrichs
Der Bau des zweiten Teils des Wohnquartiers Altona Mitte sollte eigentlich schon begonnen haben - so der ursprüngliche Plan. Doch das Projekt hängt seit Jahren in der Warteschleife. Grund sind die anhaltenden Verzögerungen bei der Verlagerung des Fernbahnhofs Altona nach Diebsteich. Dadurch zieht sich auch die Entwicklung des Wohngebiets immer mehr in die Länge, das auf den dann freiwerdenden Flächen wachsen soll.
Inzwischen dürfte das Holsten-Areal sogar früher fertiggestellt sein. Mit den ersten bezugsfertigen Wohnungen in Mitte Altona II wird inzwischen erst ab 2035 gerechnet. Darüber informierte jüngst die Leiterin der zuständigen Projektgruppe bei der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) - Birgit Ferber - auf der jüngsten Sitzung des Forums Mitte Altona.
Diebsteich: Bahn geht inzwischen von Inbetriebnahme Ende 2029 aus
Während anfangs mit einer Eröffnung des neuen Bahnhofs im Jahr 2024 gerechnet worden war, geht die Deutsche Bahn inzwischen von einer Inbetriebnahme Ende 2029 aus. Anschließend müssen die bestehenden Gleisanlagen zurückgebaut werden. Erst danach kann die eigentliche Quartiersentwicklung beginnen. Nach aktuellen Schätzungen könnten die ersten Straßen und Gebäude ab 2033 oder 2034 entstehen. Bis das gesamte Quartier Mitte Altona II fertiggestellt ist, vergehen weitere Jahre.
Grundlage der Planungen bleibt weiterhin der Masterplan aus dem Jahr 2012, der auf dem Entwurf des Architekturbüros André Poitiers basiert. Der Plan wird derzeit auf möglichen Anpassungsbedarf überprüft. Grundsätzlich biete er nach wie vor eine gute Basis. „Ich gehe davon aus, dass es nicht völlig anders wird“, so die Projektleiterin.
Ein Vorteil von Mitte Altona II gegenüber dem ersten Bauabschnitt und dem Holsten-Areal: Hier ist die Stadt Eigentümerin der Flächen, die Bahn aktuell Mieterin. Die Erschließung liegt in der Verantwortung der Finanzbehörde, die planerische Steuerung beim BSW.
Aktuell werden für die Überarbeitung des Plans neue Bedarfe abgefragt
Für den zweiten Bauabschnitt waren ursprünglich rund 1.900 Wohnungen auf einer Fläche von 13,6 Hektar vorgesehen. Zum Vergleich: Im ersten Bauabschnitt entstanden etwa 1.600 Wohnungen auf 12,3 Hektar. Von den insgesamt acht Hektar geplanten Grün- und Freiflächen wurden bislang erst drei Hektar realisiert.
Derzeit befindet sich das Projekt in der sogenannten „Nullphase“. Dabei werden aktuelle Bedarfe ermittelt und mit den Planungen abgeglichen. So hat die Schulbehörde – anders als noch 2012 – inzwischen Bedarf für eine zusätzliche Grundschule angemeldet. Zudem soll der Anteil öffentlich geförderter Wohnungen steigen. Ursprünglich war ein Drittelmix vorgesehen: ein Drittel Sozialwohnungen, ein Drittel frei finanzierte Mietwohnungen und ein Drittel Eigentumswohnungen. Darüber hinaus sollten bis zu 20 Prozent der Flächen für Baugemeinschaften reserviert werden.
Auch bei den Blockgrößen könnte es noch Anpassungen geben. Im ersten Bauabschnitt waren teilweise zu enge Innenhöfe und ungünstige Belichtungssituationen kritisiert worden. Die Gebäudehöhen dürften sich jedoch weiterhin an Mitte Altona I orientieren und maximal acht Geschosse erreichen.
Planveränderungen könnte auch das Klimaanpassungskonzept „COOL Altona“ nötig machen, das unter anderem mehr Grünflächen, Entsiegelung und eine bessere Anpassung an zunehmende Hitzeperioden vorsieht.
Ebenso könnte der sogenannte Hamburg-Standard die Planungen beeinflussen. Ziel dieser Bauvorgaben ist es, die Baukosten – und damit langfristig auch die Mieten – zu begrenzen. Eine mögliche Stellschraube dabei zum Beispiel: der Verzicht auf kostenintensive Tiefgaragen.
Bildquelle:
© Matthias Friedel | BSW (2024)
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© Matthias Friedel | BSW (2024)
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